These 3

Allgemeinbildung statt Ökonomisierung der Bildung.

Heute präsentiere ich meine dritte These zur Bildungspolitik. Mein dritte These lautet: Allgemeinbildung statt Ökonomisierung der Bildung.

Ein Zitat der OECD von 1961 bringt ganz gut zum Ausdruck, was damit gemeint ist: „Heute versteht es sich von selbst, dass auch das Erziehungswesen in den Komplex der Wirtschaft gehört, dass es genauso notwendig ist, Menschen für die Wirtschaft vorzubereiten wie Sachgüter und Maschinen.“

Tatsächlich stehen wirtschaftliche Nützlichkeitserwägungen heute bei der Bildung stark im Vordergrund, nicht nur in Brandenburg. Viele Dinge, die als überflüssig erachtet werden, wie Gedichte auswendig lernen oder die Inhalte mancher Fächer, werden einfach rausgekürzt.

Und auch am Gymnasium trifft das längst nicht nur solche Fächer wie Latein oder Griechisch. Ein gutes Beispiel ist das Fach Geschichte: Es wurde ständig reduziert und abgebaut, in den Jahrgangsstufen 5 und 6 ist es in Brandenburg als eigenständiges Fach verschwunden, stattdessen wurde es als neues Fach Gesellschaftswissenschaften (GeWi) mit Politik und Geografie zusammengelegt.

Vielleicht spielt hier auch die Überlegung eine Rolle, dass Geschichtsbewusstsein nur hinderlich ist, denn Menschen mit Geschichtsbewusstsein sind weniger formbar. Nicht nur, aber auch im ökonomischen Sinne. Nur so kann es passieren, dass die Leute als erstes an die NS-Zeit denken, wenn jemand man von der tausendjährigen deutschen Geschichte spricht – auch wenn der Begriff natürlich in dieser Zeit geprägt wurde. Die Tatsache, dass das deutsche Mittelalter in den Lehrplänen stiefmütterlich behandelt wird, hat dazu aber gewiss seinen Teil beigetragen.

Kritisch beleuchtet hatte ich in diesem Zusammenhang auch schon die Ergebnisse der PISA-Studien, weil diese Studien eben nicht alles messen, insbesondere das nicht, was man gemeinhin als Allgemeinbildung bezeichnet – und man kann das mit derartigen Studien wohl auch nicht messen.

Zusammengefasst: Lehrer sollen wieder in erster Linie handfestes Sachwissen vermitteln, das frei von ideologischen Vorgaben ist und im Sinne einer umfassenden Allgemeinbildung nicht auf wirtschaftliche Nützlichkeitserwägungen beschränkt bleibt.

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