These 2

Bildung muss ideologiefrei sein.

Heute präsentiere ich meine zweite These zur Bildungspolitik und diese These lautet: Bildung muss ideologiefrei sein, mit anderen Worten: neutral. Ich möchte mir das Thema auf zwei Ebenen ansehen, einmal auf der individuellen Ebene und einmal auf institutionellen Ebene.

Beim Stichwort neutrale Schule fallen den meisten wohl gleich die AfD-Meldeportale für neutrale und indoktrinationsfreie Schulen ein, von denen immer als Internetpranger oder Denunziationsportal berichtet wurde, obwohl es nie darum ging, einzelne Lehrer namentlich zu veröffentlichen oder zu denunzieren. Man kann dort, wohlweißlich wenn man zuvor alle Mittel ausgeschöpft hat, also mit dem Lehrer selbst und der Schulleitung gesprochen hat, Verstöße gegen die Neutralität melden, so wie man sich auch bei anderen Problemen an seine Abgeordneten wenden kann, wenn einem bei den eigentlichen Ansprechpartnern kein Gehör geschenkt wird. Aber so gut wie jeder, mit dem ich über das Thema gesprochen habe, war dieser irreführenden Berichterstattung aufgesessen.

Getroffene Hunde bellen und am lautesten bellte die GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft), noch lauter als die Politiker der Altparteien. „Erziehung zu Demokratie, Toleranz und Achtung der Menschenwürde ist Auftrag von Lehrkräften und berührt nicht das Neutralitätsgebot“, heißt es dazu in einem Schreiben der GEW. Damit bin ich einverstanden. Und weiter: „Die gebotene Neutralität ist nicht verletzt, wenn in der Schule über rassistische oder demokratiefeindliche Äußerungen von Politiker/innen einer Partei gesprochen wird und Lehrkräfte ihre Meinung äußern.“ Mit dieser Argumentation ist es schon wieder schwieriger, denn die politischen und anderen Gruppen, mit denen die GEW zusammenarbeitet, lassen bei solchen Begriffen die nötige Neutralität vermissen, häufig ist es eine sehr subjektive Einschätzung, was damit gemeint ist. Man kann das als einen Freibrief verstehen, sich doch eindeutig gegen die AfD zu positionieren. Damit wird die Neutralität der Schule in unseren Augen verletzt. Es liegt der Verdacht nahe, dass so ein Verhalten, dass schon länger üblich ist, sanktioniert werden soll.

Jedenfalls wurde breit über den sogenannten AfD-Internetpranger berichtet. Über die Ida-Ehre-Schule in Hamburg war die Berichterstattung nicht ganz so breit. Dort hatte eine Antifa-Gruppe offenbar ohne durch Lehrkräfte und Schulleitung gehindert zu werden, linksextreme Propaganda verbreitet, sodass schließlich die Schulaufsicht tätig werden musste. Diese schwerste Verletzung der Neutralitätspflicht war über das Internetportal „Neutrale Schule“ der Hamburger AfD ans Licht gekommen. (Welt, 19.03.19)

Das ist natürlich ein Extremfall. Auch ich habe mir da erst einmal die Augen gerieben, als ich das das erste Mal gelesen habe. Es ist aber nicht der einzige Fall, an dem deutlich wird, dass manche Schulen es an Neutralität vermissen lassen. Etwa wenn Schulen ihre Schüler zu Demonstrationen für Weltoffenheit und Toleranz schicken, wie z.B. im Januar 2015 in Lübeck (Focus, 27.01.2015). Toleranz gegenüber Andersdenkenden ist damit in der Regel nicht gemeint und man darf es auch nicht zulassen, dass Einzelne sich hinter diesem Begriff verstecken.

Sehen wir uns die institutionelle Ebene an. Die Schulbücher der meisten Verlage sind in vorauseilendem Gehorsam längst auf politisch korrektem Kurs, nichts selten wird die multikulturelle Gesellschaft als etwas an sich schon Erstrebenswertes dargestellt. Berüchtigt geworden sind auch die Anti-AfD-Arbeitsblätter des Schroedel-Verlages für Schüler der 7. Klasse, die 2016 bekannt wurden.

Ein wichtiges Thema sind natürlich auch die Rahmenlehrpläne. Der Rahmenlehrplan für Brandenburg ist relativ neu (2017) und definiert einige übergreifende Themen, die verbindlich in allen Fächern zu berücksichtigen sind: Neben der „Bildung zur Akzeptanz von Vielfalt“ („Diversity“) – sie können sich sicher vorstellen, was damit gemeint ist – liest man da von der „Gleichstellung und Gleichberechtigung der Geschlechter“. Da es die ja schon längst gibt, steht in Klammern nochmal, was eigentlich damit gemeint ist: nämlich „Gender Mainstreaming“. Also die Vorstellung, Geschlechterrollen seien nur erlernt, Geschlecht sei eine ideologische, gesellschaftliche Konstruktion. Eine willkürliche Einteilung also, ein Blick in die eigene Unterhose reicht nach dieser Vorstellung nicht, um sich sicher zu sein, ob man Mann ist oder Frau.

Bei so einer ideologisierten Lehrplangestaltung werden eigentlich nur noch die Eltern zum Risikofaktor für die richtige Erziehung – nach den Vorstellungen der SPD. Und auch hier hat man versucht, sich zu behelfen. Sie haben vielleicht von der Kita-Broschüre der – steuerfinanzierten (!) – „Amadeu-Antonio-Stiftung“ gehört, die letztes Jahr erschien. „Ene, mene, muh – und raus bis du!“, heißt die. In der wird erklärt, wie man angeblich rassistisches und fremdenfeindliches Gedankengut in den Köpfen der Kleinsten erkennt.

Die Bundesfamilienministerin der SPD, Franziska Giffey, hat es sich nicht nehmen lassen, zu diesem Machwerk auch noch ein Vorwort beizusteuern. Sie schreibt dort: „Wir erleben ein neues Ausmaß an menschenverachtendem Verhalten und einen deutlichen Anstieg rechtspopulistischer Bewegungen. Diese Entwicklung macht auch vor den Kindertagesstätten nicht Halt.“ Rechtspopulistische Kinder in der Kita, ein großes Problem, wer kennt es nicht! Diese Broschüre zeigt, wie gering inzwischen die Hemmschwelle bei der SPD und ihren Unterstützern geworden ist.

Nicht nur an Schulen und Kitas haben wir diese Auswüchse, auch an den Universitäten. Wir fordern, dass sämtliche ideologisch motivierten Pseudowissenschaften, wie die Genderforschung, nicht länger mit Steuergeldern finanziert werden.

Sie sehen also, ideologiefreie Bildung spielt in ganz vielen Bereichen eine große Rolle, von der Kita, über die Schule bis zur Universität. Ich würde daher sagen: Ideologiefreie und neutrale Bildung muss das wichtigste bildungspolitische Ziel überhaupt sein.

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